Kreative Ideenfindung mit dem IKEA-Spiel

Das IKEA-Spiel (nach Anke Meyer-Grashorn) ist eine Mischung aus Benchmark, der Methode „Abschauen, Kopieren, Kombinieren“, Perspektivenwechsel und der Darstellungsform „Mindmap“.

 

  • Teilnehmer: 2 bis 6
  • Zeitaufwand: ca. 20-40 min.
  • Ziel: Ungewöhnliche Ideen rund um Service, Kundenbindung, Kundenbegeisterung

 

Grundsätzlicher Tipp: Wenn Sie sich z.B. mit der Verbesserung Ihres Serviceangebotes beschäftigen oder darüber nachdenken wollen, wie Sie Ihre Kunden begeistern und damit langfristig binden können, dann ist die Methode „Abschauen, Kopieren, Kombinieren“ gut geeignet. Schauen Sie sich dort um, wo es guten Service gibt, bei Unternehmen, die keine Kunden, sondern Fans haben. Aber bitte, schauen Sie sich nicht zuerst in Ihrer Branche um, sondern in anderen Branchen und Unternehmen, die besonders kundenorientiert sind und sich über Service profilieren, z.B. erfolgreiche Dienstleistungsunternehmen wie Hotels, Gastronomiebetriebe, Fluggesellschaften etc. Oder IKEA. Egal, was man von den IKEA-Möbeln hält, im Bezug auf speziellen Service, außergewöhnliche Kundennähe und emotionale Bindung scheint das schwedische Möbelhaus etwas richtig zu machen. Das zeigen u.a. die Verkaufszahlen.

 

Schritt 1: Abschauen und Kopieren

Schreiben Sie in Form einer Mindmap auf, was IKEA alles gut macht, um Kunden in die Geschäfte zu locken und Ihnen besondere Serviceleistungen zu bieten. In der Mitte der Mindmap steht z.B. „Serviceleistungen von IKEA“, darum herum z.B. Transportservice, Family Card mit speziellen Angeboten und einer trendigen Wohnzeitschrift, Nähservice, Kinderfreundlichkeit in Form von Smalland, Wickeltischen, Kindertoiletten, kostenlosen Babygläsern, Lätzchen, verschiedenen Transportmöglichkeiten vom Kleinkind-Sitz bis zum Bollerwagen etc., Restaurant, billiges Frühstück, Restaurant öffnet eine halbe Stunde vor dem Möbelhaus, schwedische Spezialitäten zum Mitnehmen im Shop, vorgedachte Wohnszenarien für Phantasielose, „Erlebnis“-Katalog, Weihnachtsbaumaktion, Themenevents, Fernseher mit Premiere für laufmüde Väter und und und….

 

Schritt 2: Kombinieren

Überkleben Sie jetzt das Wort „IKEA“ mit Ihrem Firmenlogo oder dem des betroffenen Kunden. Nun beginnt das wilde Kombinieren. Überlegen Sie sich zu jedem Punkt des Mindmaps, ob Sie die gute Idee kopieren können, ob irgendein Potenzial für Sie darin steckt, ob sich daraus eine neue Idee entwickeln läßt. Variieren Sie, ändern Sie die Punkte so lange ab, bis Sie zu Ihrem Produkt passen. Hinterfragen Sie den Sinn des Angebotes, z.B. Restaurant. Sie müssen kein Restaurant eröffnen. Das Restaurant bei IKEA ist nicht dazu da, um kulinarische Ambitionen zu befriedigen. Es ist vielmehr ein Ort, an dem Entscheidungen getroffen werden. Ohne das Restaurant säßen manche Familienmitglieder schon längst ohne Möbelstück im Auto nach Hause. Mit Restaurant trinkt man noch einen Kaffee und isst das dritte Stück Kuchen, um den Katalog noch mal durchzublättern und auf dem Millimeterpapier die Maße zum vierten Mal einzuzeichnen. Das Restaurant ist eine Entscheidungshilfe. Wie könnte Ihre Entscheidungshilfe aussehen?

 

Schritt 3: Schreiben Sie Ihre Ideen in einem zweiten, äußeren Kreis mit in die Mindmap.

 

Schritt 4: Wählen Sie Ihre 3 Top-Ideen aus (z.B. mit Hilfe von Klebepunkten)

 

Das Ganze können Sie natürlich auch anstelle von IKEA am Beispiel einer Airline, eines Hotels oder eines anderen erfolgreichen Serviceunternehmens durchspielen. Der Vorteil von IKEA ist schlichtweg die hohe Bekanntheit und die Menge an persönlichen Erfahrungen.

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