EFQM
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Woher und Wozu - der Ursprung und Zweck

Im Jahr 1988 gründeten 14 europäische Großunternehmen die EFQM (European Foundation for Quality Management), die Europäische Stiftung für Qualitätsmanagement mit Sitz in Brüssel. Anstoß dazu gab das US-amerikanische Modell für Excellence (= Total Quality Management), der Malcolm Baldrige National Quality Award. Mit Excellence sind "Weltbeste Praktiken" gemeint, die anderen Unternehmen als Vorbild dienen können. Dieser nationale Preis für Bestleistungen war maßgeblich daran beteiligt, daß die USA innerhalb von etwa 10 Jahren ihren gewaltigen Nachholbedarf in Sachen Qualität gegenüber Japan aufholen konnte. Mit der Gründung der EFQM wurde das gleiche Ziel für Europa verfolgt.

Wie - das Modell und das Vorgehen

Überblick über das Modell


Das Modell benennt 9 Kriterien, die 2 Bereichen zugeordnet sind: Befähiger (= Potentiale und Vorgangsweisen für gute Leistungen) und Ergebnisse (das was konkret als Resultat des Vorgehens entsteht). Zu jedem Kriterium gibt es mehrere Subkriterien; sie geben an, was konkret beim jeweiligen Kriterium unter Total Quality zu verstehen ist. Die Kriterien sind dabei unterschiedlich gewichtet. Außerdem sind zu jedem Subkriterium beispielhafte Ansatzpunkte angegeben.


 

Warum - die Begründung

Ein europaweit anerkanntes Modell liefert Bewertungsmaßstäbe und Schwerpunkte, um hohe Qualität in allen Ebenen des Unternehmens zu erreichen. Ein systematischer (und mittlerweile bewährter) Ansatz wie das EFQM-Modell erleichtert es sehr, auf dem Weg zu Total Quality rascher und sicherer voranzukommen. Das Modell ist umfassend und trotzdem offen und flexibel. Es richtet die kontinuierliche Verbesserung aller Aktivitäten an den Besten aus (Benchmarking).


Da der Innovation und dem ständigen Lernen große Bedeutung beigemessen wird, sind diese Schlüsselfaktoren separat im Modell angeführt. Es handelt sich aber dabei nicht um dezidiert bewertbare Kriterien, die wie die 9 Kriterien im Rahmen eines self assessments bewertet werden.

Anwendung und Vorgehen in der Praxis

Das Modell beruht auf Selbstbewertung (self assessment). Das ist eine umfassende und systematische Beurteilung (Assessment) von Tätigkeiten und Ergebnissen des eigenen Unternehmens - durch die eigenen Führungs- und Fachkräfte. Dabei werden auch die tatsächlichen Kenngrößen (finanzielle wie sonstige) beurteilt.

Das Ziel ist neben der Überprüfung der eigenen Leistung eine ständige Verbesserung aller Unternehmensaktivitäten. Nach dem Offenlegen von Stärken und Verbesserungspotentialen werden Maßnahmen projektartig geplant und umgesetzt. Der Fortschritt wird beim nächsten Assessment, das typischerweise nach 1 - 2 Jahren erfolgt, überprüft

Ein wesentlicher Punkt bei der Selbstbewertung ist der Vergleich mit den Besten im Mitbewerb, der Branche, oder dem betrachteten Bereich (Benchmarking). Die "Latte" ist also hoch gelegt.

Es ist möglich sich durch externe Assessoren bewerten zu lassen; dabei muß es sich um speziell geschulte Personen handeln. Auch interne Assessoren sollten eine Grundschulung für die Selbstbewertung haben.

Vergleich mit ISO9000

Beim EFQM-Modell handelt es sich um keine Norm wie die ISO9000. Bei der Selbstbewertung gibt es natürlich auch kein Zertifikat, bei der externen Bewertung ein Gutachten. Das Ziel ist nicht die Feststellung von Übereinstimmung mit Normanforderungen (wie bei ISO9000), sondern die ständige Verbesserung anhand eines Modells für Excellence. Ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO9000 kann eine gute Grundlage für eine Selbstbewertung sein, es ist aber keine Voraussetzung.



European Quality Award (EQA) und Austrian Quality Award (AQA)

1992 wurde zum ersten Mal ein Europäischer Qualitätspreis (EQA) vergeben, 1997 der Österreichische Qualitätspreis (AQA), der gleichzeitig der Staatspreis Qualität ist.

Bei diesen Preisvergaben handelt es sich um Wettbewerbe. Organisationen mit hohem Qualitätsniveau, die nach gründlicher Selbstbewertung (nach dem EFQM-Modell, oder in Österreich nach dem davon abgeleiteten AFQM-Modell) zum Schluß kommen, dies auch öffentlich zu dokumentieren, können sich um diese nationalen oder internationalen Qualitätspreise bewerben.

Dazu muß eine Selbstbewertung umfangreich dokumentiert und vorgelegt werden. Kommt man nach der Prüfung der Bewerbungsunterlagen durch die EFQM (AFQM in Österreich) in die engere Wahl, findet eine Besuch mehrerer externer Assessoren statt, die anhand der Bewerbungsunterlagen eine Überprüfung vornehmen. Dies führt zu einem Bericht an die Jury, und zu einem Feedback an die Organisation. Die besten Bewerber werden ausgezeichnet.

Levels of Excellence - in Stufen zur Excellence

Das neue Stufenmodell der EFQM ermöglicht es, in kleinen Schritten sich dem Idealzustand "Excellence" zu nähern. >> Weitere Info.



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